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Neue Ergebnisse aus der EXPRESSION-Reihe: Patientinnenperspektiven im Mittelpunkt

Mit der EXPRESSION-Reihe untersucht die NOGGO seit mehreren Jahren die Erfahrungen, Bedürfnisse und Wahrnehmungen von Patientinnen mit gynäkologischen Krebserkrankungen und Brustkrebs. Eine aktuelle Publikationen zeigen erneut, wie wichtig die Sichtweise der Patientinnen für eine gute medizinische Versorgung ist.

EXPRESSION XIII: Krebsversorgung während der COVID-19-Pandemie

Die EXPRESSION-XIII-Umfrage beschäftigte sich mit einer ganz anderen außergewöhnlichen Situation: Wie haben Patientinnen mit gynäkologischen Krebserkrankungen und Brustkrebs die Veränderungen der medizinischen Versorgung während der COVID-19-Pandemie erlebt? Zwischen Oktober 2020 und Februar 2022 wurden dazu an gynäkologisch-onkologischen Zentren in Deutschland insgesamt 778 Patientinnen ausgewertet.

Dabei zeigte sich, dass die Krebsversorgung trotz der großen Belastung des Gesundheitssystems weitgehend stabil blieb. Bei 77,1 % der Patientinnen blieb der Behandlungsplan unverändert, während bei 9 % Änderungen der Behandlung oder Termine angegeben wurden. Auch das Vertrauen in das Gesundheitssystem blieb insgesamt hoch: 83,4 % der Patientinnen gaben an, weiterhin Vertrauen in das Gesundheitssystem zu haben.

Deutlich stärker als die medizinische Versorgung war jedoch die psychische Belastung. Mehr als die Hälfte der Patientinnen berichtete während der Pandemie über Sorgen oder Ängste. Besonders jüngere Patientinnen waren von zusätzlichen Belastungen im Alltag betroffen, beispielsweise im Zusammenhang mit Arbeit, Schule oder Kinderbetreuung. Gleichzeitig war die Bereitschaft zu Schutzmaßnahmen hoch: 85,9 % der Befragten gaben an, sich gegen COVID-19 impfen lassen zu wollen.

Die Ergebnisse zeigen, dass eine gute Krebsversorgung auch in Krisenzeiten aufrechterhalten werden kann. Gleichzeitig machen sie deutlich, dass die psychische Unterstützung von Patientinnen stärker berücksichtigt werden sollte. Angebote wie psychoonkologische Unterstützung sowie Telefon- oder Videosprechstunden könnten dabei zukünftig eine wichtige Ergänzung darstellen.

Die Perspektive der Patientinnen liefert wichtige Erkenntnisse, die durch medizinische Daten allein nicht sichtbar werden. Die EXPRESSION-Reihe trägt dazu bei, diese Erfahrungen systematisch zu erfassen und daraus Ansatzpunkte für eine verständlichere Information, eine bessere Kommunikation und eine patientenorientierte Versorgung abzuleiten.

Quelle: Expression 13 (die Publikationen sind auf Englisch)

ASCO-Ergebnisse zum Zervixkrebs

ASCO 2025 - Ergebnisse zum Zervixkrebs

Gestern fand das 26. NOGGO-Update zur gynäkologischen Onkologie statt, bei dem wichtige Studien zum Gebärmutterhalskrebs von der ASCO 2025 vorgestellt wurden. Wir waren vor Ort und möchten die wichtigsten Erkenntnisse teilen:

Erstlinien-Therapie mit Pembrolizumab & Chemoradiotherapie

Die finale Auswertung der KEYNOTE-A18-Studie zeigte für Patientinnen mit lokal fortgeschrittenem, hochrisikobehaftetem Gebärmutterhalskrebs einen deutlichen Vorteil durch die Kombination aus Pembrolizumab, gleichzeitiger Chemo-Strahlentherapie und anschließender Pembrolizumab-Erhaltung. Nach einer durchschnittlichen Nachbeobachtung von rund 42 Monaten zeigte sich eine signifikante Verbesserung sowohl beim Fortschreiten der Krankheit als auch beim Gesamtüberleben im Vergleich zur alleinigen Standardtherapie . Die Kombination konnte zudem ohne neue Sicherheitssignale eingesetzt werden .

Prognosemarker durch zirkulierende Tumor-DNA (ctDNA)

In der CALLA-Studie wurde erstmals beim Zervixkarzinom gezeigt, dass ctDNA-Werte entscheidende Prognosekraft haben:

  • Hohe ctDNA-Spiegel zu Beginn der Therapie hingen stark mit einem höheren Risiko für Krankheitsrückfall und Tod zusammen.
  • Umgekehrt hatten Patientinnen mit nicht nachweisbarer ctDNA nach Abschluss der Therapie ein deutlich geringeres Risiko.

    Das macht ctDNA zu einem vielversprechenden Frühwarnmarker für den Krankheitsverlauf und zu einer Grundlage für individualisierte Nachsorge.

Fazit für Patientinnen & Kliniken

Trotz dieser vielversprechenden Ergebnisse bleibt die aktuelle Leitlinie unverändert. Die Kombination aus Pembrolizumab und Chemoradiotherapie zeigte deutliche Überlebensvorteile und dementsprechend wurde diese Kombination bereits als neuer Standard in den Leitlinien empfohlen – zumindest für die Zielgruppe mit Hochrisikoerkrankung (FIGO III–IVA oder Lymphknotenbefall). Der Markereinsatz von ctDNA kann zukünftig zur personalisierteren Nachsorge beitragen, ist aber derzeit noch nicht im Standard vorgesehen.

Diese Studienergebnisse zeigen jedoch: Es gibt wichtige Fortschritte in Diagnose und Therapie des Zervixkrebs – gerade für Patientinnen mit lokal fortgeschrittenem Erkrankungsstadium. Weitere Analysen und die Integration neuer Verfahren werden in den kommenden Jahren entscheidend sein.

Vielversprechende neue Behandlung für Gebärmutterhalskrebs: Ergebnisse der KEYNOTE-A18-Studie

Vielversprechende neue Behandlung für Gebärmutterhalskrebs:
Ergebnisse der KEYNOTE-A18-Studie

Vortrag zum Thema "Neue Behandlungen bei Gebärmutterhalskrebs"

Beim diesjährigen ESMO (European Society for Medical Oncology) Kongress in Barcelona wurden vielversprechende Ergebnisse der Phase-III-Studie ENGOT-cx11/KEYNOTE-A18 vorgestellt. An der Studie nahmen 1.060 Patientinnen teil. Die neusten nun vorgestellten Studienergebnisse zeigen, dass die Kombination des Immuntherapie-Medikaments Pembrolizumab mit gleichzeitiger Chemotherapie und Strahlentherapie die Überlebenszeit von Patientinnen mit lokal fortgeschrittenem Vielversprechende neue Behandlung für Gebärmutterhalskrebs signifikant verbessert und das ohne vorangegangene Operation. Nach drei Jahren lebten 82,6 % der Patientinnen in der Pembrolizumab-Gruppe im Vergleich zu 74,8 % in der Kontrollgruppe.

Prof. Remi Nout vom Erasmus MC Cancer Institute, Rotterdam, Niederlande, äußerte sich zu den neuen Studiendaten wie folgt: „Diese Ergebnisse sind für diese Hochrisikopopulation von großer Bedeutung, da sie im Vergleich zu den bestehenden Behandlungen eine größere Heilungschance bieten. Die Hochrisikopatientinnen, die in diese Studie einbezogen wurden, kamen aus unterschiedlichen geografischen Regionen und mit unterschiedlichem medizinischem Hintergrund, was die Robustheit und Anwendbarkeit der Ergebnisse zusätzlich unterstreicht“. Er äußerte jedoch auch Vorbehalte. „Es ist zu beachten, dass die Behandlung über einen Zeitraum von zwei Jahren verabreicht werden muss, was sowohl die Kosten als auch die Belastung für die Patientinnen erhöht, aber insgesamt überwiegen die Vorteile wahrscheinlich die Risiken“. (Quelle: ESMO)

Pembrolizumab ist bereits zur Behandlung mehrerer Krebsarten zugelassen, einschließlich fortgeschrittenem Gebärmutterhalskrebs. In einer ersten Zwischenanalyse der ENGOT-cx11-Studiendaten konnte eine signifikante Verbesserung des progressionsfreien Überlebens (Überlebenszeit ohne Krankheitsfortschritt) bei Patientinnen mit andauerndem, wiederkehrendem oder metastasiertem Gebärmutterhalskrebs ergeben, die Pembrolizumab plus gleichzeitige Chemoradiotherapie erhielten, was zur Zulassung dieser Therapie-Kombination für Patientinnen mit fortgeschrittenem Gebärmutterhalskrebs (FIGO 2014-Stadium III-IVA) führte.

Es bleibt nun abzuwarten, ob diese neuen Daten dazu führen, dass der Einsatz dieser Therapie bei einer größeren Patientinnengruppe etabliert wird.