ENGOT-CX22 / TroFuse-036 Studie
THERAPIESTUDIE ZUR KOMBINATION VON SACITUZUMAB TIRUMOTECAN (SAC-TMT) UND PEMBROLIZUMAB ALS ERHALTUNGSTHERAPIE BEI PATIENTINNEN MIT FORTGESCHRITTENEM, WIEDERGEKEHRTEM ODER METASTASIERTEM ZERVIXKREBS

Die TroFuse-036-Studie ist eine internationale, randomisierte (die Zuordnung in einen der Behandlungsarme erfolgt zufällig) Phase-3-Studie, welche eine neue Behandlungsstrategie für Patientinnen mit fortgeschrittenem, wiederaufgetretenem oder neu diagnostiziertem metastasiertem Gebärmutterhalskrebs (Zervixkrebs) untersucht. Voraussetzung ist, dass der Tumor das Protein PD-L1 auf der Zelloberfläche trägt. Dabei wird geprüft, ob eine Kombination aus dem neuen Medikament Sacituzumab Tirumotecan (sac-TMT) und der Immuntherapie Pembrolizumab, mit oder ohne Bevacizumab, als Erhaltungstherapie wirksamer ist als die derzeitige Standardbehandlung.
Was wird in der Studie untersucht?
Gebärmutterhalskrebs entsteht im unteren Teil der Gebärmutter, dem Gebärmutterhals. Wenn die Erkrankung metastasiert ist, bedeutet das, dass sich Krebszellen bereits in andere Körperregionen ausgebreitet haben. Auch wenn moderne Kombinationstherapien die Behandlung verbessert haben, bleibt die Erkrankung in diesem Stadium schwer heilbar. Deshalb werden neue Behandlungsstrategien gesucht.
Ein wichtiger Bestandteil der aktuellen Therapie ist Pembrolizumab, eine Immuntherapie. Viele Gebärmutterhalskrebszellen haben auf ihrer Oberfläche ein so genanntes PD-L1 Protein. An dieses Protein kann ein Rezeptor (PD-1) auf Immunzellen binden und sendet somit ein inaktivierendes „Stopp-Signal“. Die Krebszelle entgeht so einem Angriff durch das Immunsystem, die Abwehrreaktion wird gebremst. Pembrolizumab blockiert diesen PD-1-Rezeptor. So kann das „Stopp-Signal“ der Krebszelle nicht mehr wirken und das eigene Immunsystem erkennt und kann die Krebszellen wieder besser bekämpfen.
Bevacizumab ist ein Medikament, das die Blutversorgung des Tumors hemmt und so dessen Wachstum bremsen kann.
Das neue Studienmedikament Sacituzumab Tirumotecan (sac-TMT) ist eine sogenannte Antikörper-Wirkstoff-Verbindung. Es besteht aus einem Antikörper, der gezielt an bestimmte Strukturen auf Krebszellen bindet, und einem daran gekoppelten Zellgift. Nachdem der Antikörper an die Krebszelle gebunden hat, wird das Zellgift in die Tumorzelle eingeschleust und kann diese von innen heraus zerstören. Dadurch soll die Behandlung möglichst gezielt wirken.
Was ist das Ziel der Studie?
Das wichtigste Ziel der Studie ist es herauszufinden, ob Patientinnen mit der Kombination aus sac-TMT und Pembrolizumab länger ohne Fortschreiten der Erkrankung leben als Patientinnen, die die derzeit übliche Standardbehandlung erhalten. Außerdem soll untersucht werden, ob sich die Lebensdauer insgesamt verlängert und wie verträglich die Therapie ist.
Wie ist der Ablauf der Studie?
In einem ersten Teil der Studie, einer sogenannten Sicherheitsphase, erhielten bereits geeignete Patientinnen die Kombination aus sac-TMT, Pembrolizumab und Bevacizumab, um die Verträglichkeit und Sicherheit der Kombinationstherapie zu prüfen. Diese Phase ist bereits abgeschlossen.
Zu Beginn des zweiten Teils erhalten zunächst alle Patientinnen eine sogenannte Induktionsbehandlung: diese besteht aus der Immuntherapie Pembrolizumab kombiniert mit den Chemotherapeutika Carbo– oder Cisplatin und Paclitaxel. Außerdem kann nach Ermessen des Prüfarztes Bevacizumab ergänzt werden. Wenn die Erkrankung unter dieser Behandlung nicht fortschreitet, beginnt die sogenannte Erhaltungstherapie.
In dieser Phase werden die Patientinnen per Zufallsprinzip einer von zwei Gruppen für die Erhaltungstherapie zugeteilt:
Gruppe 1:
Sac-TMT + Pembrolizumab mit oder ohne Bevacizumab
Gruppe 2:
Pembrolizumab mit oder ohne Bevacizumab
Gibt es Risiken?
Über mögliche Risiken bzw. Nebenwirkungen, die mit der Teilnahme verbunden sind, werden Sie im Rahmen eines Aufklärungsgesprächs von den behandelnden Ärzt:innen informiert.
Teilnahmevoraussetzungen
An dieser Studie können Frauen im Alter ab 18 Jahren teilnehmen mit:
- Histologisch bestätigtem Gebärmutterhalskrebs
- Persistierendem (fortbestehendem), wiedergekehrtem oder neu im metastasierten Stadium diagnostiziertem Gebärmutterhalskrebs, der nicht mehr durch Operation oder Bestrahlung heilbar ist
- Tumoroberfläche weist das PD-L1 Protein auf
- zuvor darf keine systemische oder Immuntherapie für die Erkrankung im fortgeschrittenen Stadium erfolgt sein, eine vorherige Bestrahlung ± strahlensensibilisierende Chemotherapie oder Induktionschemotherapie vor der Strahlentherapie bei lokal fortgeschrittenem Gebärmutterhalskrebs ist allerdings erlaubt
Darüber hinaus gibt es aber auch noch weitere Kriterien, die für eine Teilnahme an der Studie erfüllt sein müssen. Weitere Informationen erhalten Sie über Ihre behandelnden Ärzt:innen.